Guiseppe Penone

Installationsansicht 2017. Foto: Hubertus Huvermann

Installationsansicht 2017. Foto: Hubertus Huvermann

Progetto Pozzo di Münster [Fountain Project for Münster]

1987

Bronze, Wasser, Steine, Schachtdeckel, Brunnen

Länge: 7 m

 

Standort

Karlstraße / Ecke Wemhoffstraße, alter Hörster Friedhof, 1987 temporäre Aufstellung, seit 1996 permanente Installation

 

Eigentümer

LWL-Museum für Kunst und Kultur, Münster

Guiseppe Penone

* 1947 in Garessio, Italien
lebt und arbeitet in Turin, Italien und Paris, Frankreich

Bis heute setzt sich der als Vertreter der Arte Povera geltende, italienische Künstler Giuseppe Penone in seinen Installationen und Objekten mit der Verbindung von Mensch und Natur und deren Wachstums- als auch Zerfallsprozessen auseinander. 1968 widmete er sich erstmals diesem Thema mit der Arbeit Continuerà a crescere tranne che in quel punto [Es wird weiterwachsen, außer an dieser Stelle]. Für diese Installation fertigte der Künstler einen Bronzeabguss seiner Hand an, wie sie einen Baumstamm umgreift. Diesen Abguss befestigte er am Stamm eines jungen Baumes, der fortan mit und um den Fremdkörper herum wachsen muss.

Das Motiv des Baumes bleibt ein Leitbild in Penones Werk, auf das er auch für sein Projekt Progetto Pozzo di Münster [Brunnenprojekt für Münster] zurückgreift. Auf dem alten Hörster Friedhof, heute eine Parkanlage, liegt ein abgeknickter, sieben Meter langer Ast auf einer Rasenfläche, abgestützt von einem Stein. Unter dem Ast befindet sich wie zufällig ein mit Pflastersteinen eingefasster Gully. Bei näherer Betrachtung fällt jedoch auf, dass es sich bei dem Ast um eine Bronze handelt, aus der Wasser fließt. Das Wasser sprudelt allerdings nicht einfach an einer beliebigen Stelle aus dem Astinneren, sondern strömt aus einem in den Bronzestamm hineingedrückten Handabdruck. Aus seinen fünf Fingern entspringend, sammelt es sich in der Handfläche, um dann weiter den Abdruck eines Unterarms entlang zu laufen, bis es schließlich im Bodenloch verschwindet. Dort wird es aufgefangen und aus der Tiefe der Erde durch einen eigens für die Arbeit gebohrten Brunnen wieder in den Ast zurückgepumpt, sodass ein Kreislauf entsteht. Penone beschreibt diesen Vorgang wie folgt: „Das Wasser, das den Erdboden durchläuft und das die Geheimnisse des Bodens kennt.“1

Konstanze Klecha

 

 

1 Giuseppe Penone. In: Klaus Bußmann und Kasper König (Hg.), Skulptur. Projekte in Münster 1987, Ausst.-Kat.: Westfälisches Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte, Münster, Köln 1987, 218.

Standort

  • Noch vorhanden / Öffentliche Sammlung
  • Nicht mehr vorhanden
  • Im Museum