Kurt Ryslavy

Installationsansicht 1997 © VG Bild-Kunst, Bonn 2017. Foto: Roman Mensing / artdoc.de

Installationsansicht 1997 © VG Bild-Kunst, Bonn 2017. Foto: Roman Mensing / artdoc.de

Verkaufswerk Nr. 17

1995/96

Installation bestehend aus: Lieferwagen Mercedes Vito 110 D bordeaux metallisé, drei Mergelsteinskulpturen von Georg Herold vom Symposion Alleen de verandering houdt stand (Meerssen/NL 1987), Kleinpaletten, Parkautorisation, Zertifikat

 

Standort

Parkplatz an der Südwestseite des Domplatzes vor dem Westfälischen Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte, Münster, temporäre Aufstellung für die Dauer der Skulptur. Projekte in Münster 1997

 

Außerdem im Museum gezeigte Arbeiten:

Verkaufswerk Nr. 1, 1993 (mit einem Werk von Dieter Roth, 1982)

Verkaufswerk Nr. 3, 1993 (mit einem Werk von Martin Kippenberger, 1987)

Verkaufswerk Nr. 5, 1992–1997 (mit einem Werk von Franz West, 1983/1984)

Verkaufswerk Nr. 9, 1994 (mit einem Werk von Dieter Roth, 1982)

Verkaufswerk Nr.10, 1994 (mit einem Werk von Franz West 1979/1980)

Verkaufswerk Nr. 13, 1994 (mit zwei Werken von Franz West, 1980/1981)

 

Kurt Ryslavy

* 1961 in Judendorf-Straßengel, Österreich

lebt und arbeitet in Brüssel, Belgien

 

An der Südwestseite des Domplatzes gegenüber dem Westfälischen Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte platzierte Kurt Ryslavy einen roten Kleintransporter, auf dessen Ladefläche sich drei Steinskulpturen des Künstlers Georg Herold auf Kleinpaletten befanden. Unter der Windschutzscheibe des zugelassenen und verkehrstauglichen Wagens befand sich neben der Parkgenehmigung ein Zertifikat, das die Provenienz der Herold-Skulpturen darlegte und die Echtheit von Ryslavys Verkaufswerk Nr. 17 bestätigte. In den Ausstellungsräumen des Museums wurden frühere Verkaufswerke gezeigt und die Serie somit ausführlicher vorgestellt.1

Ryslavys Konzept zu dieser Serie entstand durch Tauschaktionen von Werken mit befreundeten Künstlerkollegen wie Georg Herold, Franz West, Martin Kippenberger oder Dieter Roth zu Beginn der 1980er-Jahre. Nachdem der Österreicher 1987 nach Brüssel umgezogen war, fand er keine angemessenen Lagerungsmöglichkeiten für die getauschten Kunstwerke. Während der Vorbereitungszeit für eine Gruppenausstellung im Kunstverein Opus Operandi in Gent 1992 wurde die Ryslavy ursprünglich zugesagte Ausstellungsfläche stetig verringert. Als Antwort darauf entwickelte der Künstler das Prinzip der Verkaufswerke.2 Ryslavy bot das Kunstwerk eines Kollegen mit einem speziell für den Transport geeigneten Behältnis und sämtlichen Belegen zum Verkauf an.

Der geringen Wertschätzung gegenüber seinen Arbeiten begegnete Kurt Ryslavy mit der Kommerzialisierung des Ausstellungskontextes. Den Besucher_innen präsentierte er den (im)materiellen Akt des Kaufens als Kunstwerk und damit den Künstler als Händler.

 

Daniel Friedt

 

1 Für nähere Informationen zu den im Museum ausgestellten Verkaufswerken siehe Klaus Bußmann, Kasper König und Florian Matzner (Hg.), Skulptur. Projekte in Münster 1997, Ausst.-Kat.: Westfälisches Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte, Münster, Ostfildern-Ruit 1997, 361.

2 Kurt Ryslavy, „Zur Geschichte der ‚Verkaufswerke‘“. Online unter: http://www.ryslavy.com/textsforGRfr02/artist_articles/GeschichteVerkaufswe.html (Stand: 13.4.2017).

 

Standort

  • Noch vorhanden / Öffentliche Sammlung
  • Nicht mehr vorhanden
  • Im Museum