Mark Wallinger

Installationsansicht 2007. Foto: Mark Wallinger, Courtesy the artist and Hauser & Wirth © Mark Wallinger

Installationsansicht 2007. Foto: Mark Wallinger, Courtesy the artist and Hauser & Wirth © Mark Wallinger

Zone

2007

Dyneema Angelschnur, Plastik und Metallklampen

Länge: 5 km, Höhe: zwischen 4,50 m und 15 m

Bronzeplatte

Höhe: 1,5 cm, Durchmesser: 78 cm

 

Standort

Verkehrsinsel an der Ecke Aegidiistraße/Rothenburg und an verschiedenen anderen Orten der Stadt, temporäre Installation während der skulptur projekte münster 07

 

Mark Wallinger

* 1959 in Chigwell, Großbritannien

lebt und arbeitet in London, Großbritannien

 

Mark Wallinger markierte in Münster eine Zone, deren Mittelpunkt von einer bronzenen Scheibe mit der Aufschrift „centre of the ZONE“ gebildet wurde. Die Bronzeplatte platzierte er auf einer Verkehrsinsel unweit des LWL-Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte. Auf der Stadtkarte zeichnete er mithilfe einer Kaffeetasse einen Kreis um diesen Punkt. Anschließend übertrug er diese Zone auf die Stadt, indem er eine fünf Kilometer lange Schnur auf einer Höhe von 4,50 Metern zwischen den Häusern und 15 Metern über dem Aasee spannte. Die Schnur bildete eine nur streckenweise sichtbare Grenze zwischen dem Raum innerhalb und dem außerhalb der Zone. Wallinger rekurrierte damit auf physische Erlebbarkeit von Übergängen: So wird beispielsweise dem Talmud zufolge durch das Teilen des „Eruvs“, einem Brot, ein Bezirk als realer und symbolischer Raum definiert, in dem zum Sabbat bestimmte Verbote nicht gelten. Die Schnur veranschaulichte Grenzen zwischen Gemeinschaften unterschiedlicher Religionen und Identitäten und mit divergenten Regeln.

Einen weiteren Ausgangspunkt Wallingers bildete das 2006 in Großbritannien verabschiedete Serious Organised Crime and Police Act [Gesetz zur Bekämpfung organisierten Verbrechens und zur Regelung polizeilicher Befugnisse].1 Dieses Gesetz sah unter anderem ein Protestverbot innerhalb einer Bannmeile vor, einem öffentlichen Raum, in dem die Polizei mit deutlich erweiterten Befugnissen ausgestattet war. Wallinger verhandelte auf diese Weise die unterschiedliche Auslegung von Räumen und Öffentlichkeit.

 

Elena Winkler 

1 Mark Wallinger, „Zone“. In: Brigitte Franzen, Kasper König und Carina Plath (Hg.), skulptur projekte münster 07, Ausst.-Kat.: LWL-Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte, Münster, Köln 2007, 258. 

Bilder

Standort

  • Noch vorhanden / Öffentliche Sammlung
  • Nicht mehr vorhanden
  • Im Museum