Roman Signer

Installationsansicht 1997 © Roman Signer. Foto: Aleksandra Signer

Installationsansicht 1997 © Roman Signer. Foto: Aleksandra Signer

Installationsansicht 1997 © Roman Signer. Foto: Aleksandra Signer

Installationsansicht 1997 © Roman Signer. Foto: Aleksandra Signer

Fontana di Piaggio [Piaggio-Brunnen]

1995

Mobile Installation

Umgebauter blauer Kleintransporter des Herstellers Piaggio (Modell Ape P), schwarzer Gummischlauch, Wasser

 

Standort

14 verschiedene Plätze in der Innenstadt:

Altbau des Landesmuseums, vor dem Eingang

Salzstraße, vor dem Stadtmuseum

Horsteberg, nördlich des Domchores

Ecke Kirchherrengasse/Mauritzstraße

Bergstraße/Kiepenkerlplatz (ab 11.00 Uhr)

Pferdegasse ,vor dem Fürstenberghaus

Klemensstraße, vor dem Stadthaus

Ecke Drubbel/Alter Fischmarkt

Rothenburg, vor dem Westfälischen Museum für Archäologie (heute: LWL-Museum für Archäologie – Westfälisches Landesmuseum)

Loergasse 8, vor dem Kloster

Prinzipalmarkt, vor dem Bekleidungsgeschäft Tepe

Harsewinkelplatz, vor dem Regierungsgebäude

Ludgeristraße

Lambertikirchplatz

Temporäre Einrichtung/Aufstellung für die Dauer der Skulptur. Projekte in Münster 1997

 

Spazierstock

1995/1997

Kinetische Installation auf dem Wasser

Spazierstock aus Aluminium, Seil, schwarzer Gummischlauch, Wasser

Höhe: ca. 70 cm

 

Standort

Teich auf dem Gelände des ehemaligen Zoos hinter der Westfälischen Schule für Musik, Himmelreichallee 50, temporäre Einrichtung/Aufstellung für die Dauer der Skulptur. Projekte in Münster 1997

 

Roman Signer

* 1938 in Appenzell, Schweiz

lebt und arbeitet in St. Gallen, Schweiz

 

Roman Signer präsentierte in Münster 1997 zwei mit dem Element Wasser verbundene Installationen. Das 1995 bereits konzipierte Werk Fontana di Piaggio bestand aus einem wasserblauen, dreirädrigen Kastenwagen der italienischen Marke Piaggio. Signer hatte diesen zu einem mobilen Brunnen umfunktioniert, der während der Skulptur. Projekte in Münster 1997 an 14 Orten in der Innenstadt und in unmittelbarer Nähe von Hydranten parkte. Von diesen Hydranten leitete ein Gummischlauch das Wasser zur Ladefläche des Kleintransporters, wo es mit Druck durch eine Düse gepresst wurde und als kräftiger Strahl gegen das Blechdach prasselte. Über ein schmales Abflussrohr in der Metallwannenverkleidung des Laderaumes floss das Wasser ab und versickerte.

Signers zweiter Beitrag Spazierstock entstand an einem Teich hinter der Westfälischen Schule für Musik. Dort spannte der Künstler ein Seil über das Wasser, von dem eine an einem Gummischlauch befestigte Gehhilfe aus Aluminiumrohr herabhing. Der Schlauch, der am Ufer an die öffentliche Versorgung angeschlossen war, leitete Wasser durch den ausgehöhlten Spazierstock. Aufgrund des Druckes geriet der Stock in Bewegung und sprühte schwungvoll die Gischt der nach unten gerichteten Fontäne über die Oberfläche des Teiches.

Seine künstlerische Praxis und die Verwendung von Naturelementen verortet Roman Signer in der Bildhauerei.1 In Münster interpretierte er auf amüsant-skurrile Weise die Brunnengestaltung neu, ein traditionell der Skulptur nahestehendes Auftragsgebiet: Während er mit Fontana di Piaggio den Springbrunnen mit dem Aspekt der Mobilität verband und so eine experimentelle „Ereignis-Skulptur“2 schuf, kommentierte und transformierte der Spazierstock die gewöhnlich statischen, aber beliebten Varianten von Wasserspielen in öffentlichen Parkanlagen.

 

Daniel Friedt

1 Konrad Bitterli (Hg.), Roman Signer, Ausst.-Kat.: Schweizer Pavillon/48. Biennale in Venedig, Zürich 1999, 7–8. Auf der Biennale war Fontana di Piaggio ebenfalls ausgestellt.

2 Vgl. Susanne Jacob, „Roman Signer – WASSER. Zwischen Versuchsanordnung und Ereignis-Skulptur. In: Klaus Bußmann, Kasper König und Florian Matzner (Hg.), Skulptur. Projekte in Münster 1997, Ausst.-Kat.: Westfälisches Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte, Münster, Ostfildern-Ruit 1997, 390–394, Zitat: 392.

 

Standort

  • Noch vorhanden / Öffentliche Sammlung
  • Nicht mehr vorhanden